Kinderlächeln ins Krankenhaus: Vorhang auf für die GÄNG

Nach zwei Jahren intensiver Planung und Abstimmung ist es nun vollbracht: die KAJOT EINS GÄNG ist auf der Kinderstation des Krankenhauses Dresden Neustadt eingezogen.

Fremde Erwachsene in weißen Kitteln, bedrohliche Spritzen, scharfer Geruch von Desinfektionsmitteln, rhythmisches Piepen vom Überwachungsmonitor, schmerzerfülltes Wimmern aus dem Patientenzimmer nebenan… Alltag im Krankenhaus. Was selbst für Erwachsene beängstigend ist, muss für Kinder umso schlimmer und eindrucksvoller sein. Um diesem Gefühl ein wenig entgegenzuwirken, können kunstvolle Ideen und raumgestalterische Konzepte helfen, kleine Patientinnen und Patienten zu einem Lächeln zu bewegen oder ihre Fantasie anzuregen.

Die MediClowns im Einsatz während der Umgestaltung der Kinderstation

In Absprache mit den wunderbaren MediClowns Dresden e.V. beschlossen wir Spiegelneuronen das Kinderlächeln an einen Ort zu bringen, wo man es vielleicht nicht sofort vermutet.

Als Expertinnen im Bereich der Positiven Psychologie beschäftigen wir uns – häufig im wissenschaftlichen Kontext – mit dem Themen Glück und Wohlbefinden und bringen in Erfahrung, was Menschen nachhaltig zufrieden macht. Dieses Wissen wollten wir nun auch in einem ehrenamtlichen Projekt ganz praktisch anwenden. In diesem Fall eben in der Kinderklinik im Krankenhaus Dresden Neustadt.

Das Kinderlächeln ist angekommen: Chefarzt Dr. Georg Heubner, Patientin Anneliese mit Mama, die Spiegelneuronen Saskia Rudolph und Andrea Horn sowie eine unserer Künstlerinnen Viola Lippmann

 

Unsere Idee: die Wände, Decken und Einrichtung auf der Station von Dresdner Künstlerinnen in aufmunternde, farbenfrohe Kunstwerke verwandeln zu lassen. Nach intensivem Ideenaustausch mit dem Klinikpersonal riefen wir gemeinsam das karitative Projekt „KAJOT EINS GÄNG“ ins Leben. Der Name bezieht sich auf die Stationsbezeichnung (KJ1 = Kinder- und Jugendmedizin, Station 1), die als erstes gestaltet werden sollte.

 

Die Vorschläge und Ideen orientieren sich dabei an Themenstellungen der jungen Wissenschaft der Positiven Psychologie sowie wesentlichen Erkenntnissen der Architekturpsychologie. Ziel war es, auf der Station gezielt Akzente zu setzen, die Mut machen, den Entdeckergeist der Patientinnen und Patienten fördern, für spielerische Ablenkung sorgen sowie eine Verbindung zu den Räumlichkeiten herstellen. Alle Künstler arbeiteten ehrenamtlich für dieses Projekt.

 

Die Kunstwerke erstrecken sich über die gesamte Kinderstation. Auch Türen, Griffe usw. wurden eingebunden und mit farbenfrohen Elementen versehen.

Die Künstlerin Michaela Wollschläger umrahmte die Stations-Eingangstür mit einem großflächigen Waldmotiv.

 

Die Decken vom Fahrstuhl bis hin zu den einzelnen Patientenzimmern wurden von Viola Lippmann mit flinken Krankenschwesterbienchen versehen.

Juliane Heidrich und Ines Heidner von „cats on appletrees“ setzten fantasiereiche Akzente an Türen und Wänden der Patientenzimmer.

„Wir sind glücklich zu sehen, wie sehr sich unsere kleinen Patienten tagtäglich an diesen Bildern erfreuen. Und wenn wir in einem Krankenhausgang auf lächelnde Gesichter treffen, haben viel erreicht.“, freut sich Stationsschwester Ulrike.

Um den benötigten Betrag von 5.000 EUR für Material und Arbeitsgerät aufzubringen, starteten wir eine Spendenaktion, für die sich insbesondere der Verein der Förderer und Freunde des Krankenhauses Dresden-Neustadt e.V. und die TUJA Zeitarbeit GmbH, die Dental Kosmetik GmbH & Co. KG, Edeka Zschabran, die Sparkassenversicherung Sachsen und viele andere, auch private Spender engagierten.
Vielen, vielen Dank dafür!

Eine Fortführung des Projektes, welches die Ausgestaltung der zwei anderen Kinderstationen berücksichtigen soll, ist bereits im Gespräch. Außerdem gibt es bereits Anfragen weiterer Kliniken, Stiftungen und potenzieller Unterstützer/innen.